Der Betonwahn der Wasserbauer 3. Hochwasserrückhaltebecken Hochwasserrückhaltebecken sind Bestandteil jedes staatlichen Hochwasserschutzkonzeptes in  Sachsen. Sie sind die einzige Lösung des staatlichen Planungsträgers  für überregionale  Hochwasserschutzmaßnahmen und werden in der Regel auch so in den Medien dargestellt  (siehe Pressemitteilung Freie Presse vom 02.02.2009 ).  Die nachfolgenden Sachverhalte wurden exemplarisch dem Scoping-Termin zu den  Hochwasserrückhaltebecken Oberbobritzsch und Mulda vom 14.05.2008 entnommen. So oder  so ähnlich laufen gegenwärtig überall in Sachsen Planungen an, deren Ziel die Errichtung  größerer Stauwerke (über 100.000 m³ bis 10 Mill. m³ ) sind.  Das Hochwasserschutzkonzept Los 4 (Freiberger Mulde und Bobritzsch), fertiggestellt im Jahr  2004, zog, ähnlich wie die weiteren Lose in ganz Sachsen, unter dem in Abschnitt 1  dargestellten, verengten Blickwinkel die Schlussfolgerung, dass sich ein überregionaler  Hochwasserschutz nur durch Wasserrückhalt in Hochwasserrückhaltebecken erreichen lässt.  Dafür wurden in diesem Los neun prinzipiell geeignete Standorte für sogenannte  Trockenbecken benannt. Diese neun Standorte wurden nachfolgend durch die LTV in einem „vertieften gesonderten  Maßnahmenprogramm“ im Jahr 2005 nochmals untersucht und im Ergebnis auf zwei  Standorte reduziert – Oberbobritzsch (Bobritzsch) und Mulda (Chemnitzbach mit  Überleitstollen von der Freiberger Mulde). Beide Standorte zusammen sollen nach Meinung  der LTV eine Scheitelreduzierung bei Nossen um 30 % erbringen, womit eine Vorgabe der  Hochwasserschutzkonzeption angeblich erfüllt werden könnte. Da die ausgewählten potenziellen Standorte von Hochwasserrückhaltebecken innerhalb von  FFH-Gebieten liegen und man staatlicherseits nicht leugnen kann, dass Beeinträchtigungen  der Gebiete nicht auszuschließen sind, wurde im Vorfeld des Scoping-Termines durch den  staatlichen Planungsträger LTV eine sogenannte "wasserwirtschaftliche Alternativenprüfung"  ausgereicht. Nach deren Aussage „hat die LTV in einem ersten Schritt untersucht, ob es aus  wasserwirtschaftlicher Sicht Alternativen zum Bau von HRB überhaupt und zu den geplanten  Standorten gibt, die die Zielvorgaben des HWSK gleichwertig erreichen“.  Zielvorgaben des HWSK bedeutet– siehe oben – ausschließlich technischer Hochwasserschutz  an Gewässer 1. Ordnung. Unter dieser Prämisse ist auch das Ergebnis der sogenannten  Alternativenprüfung zu verstehen, denn sie schließt ja von vornherein alles aus, was  Wasserrückhalt in der Fläche umfasst. Und mit diesem Ansatz kommt natürlich nur das  gleiche heraus, was schon das HWSK und das vertiefte gesonderte Maßnahmenprogramm der  LTV zum Ergebnis hat, denn die Grundlage der Schlussfolgerung ist die Schlussfolgerung  selbst respektive andersherum (oder volkstümlich ausgedrückt- da beisst sich die Katze in  den eigenen Schwanz). Eine wirkliche Alternativenprüfung hat es also nie gegeben. Denn sie würde voraussetzen,  dass eine ganzheitliche Betrachtung für alle Fließgewässer und deren Einzugsgebiete, d.h. für  Gewässer 1. Ordnung (Verantwortlichkeit Freistaat Sachsen) und 2. Ordnung  (Verantwortlichkeit die jeweilige Kommune)  angestellt wird.  So wie die Dinge liegen, sieht es aber nicht danach aus. Im Gegenteil. Nach der üblichen  Salamitaktik bei Großplanungen werden erst einmal Fakten an den Flüssen 1. Ordnung  geschaffen, um dann im Nachgang auch noch die Flüsse und Bäche 2. Ordnung technisch  anzupassen. Die Geschichte des Hochwasserschutzes zeigt aber, dass dies noch nie funktioniert hat. Wie sind Wirkung und Schutz durch Hochwasserrückhaltebecken zu bewerten?