Die Stadt Freiberg, die Umgehungsstraße und der Naturschutz - ein kleiner Blick in die  Geschichte ... Bis in die jüngste Vergangenheit waren Natur und Umwelt der Stadt Freiberg und ihrer Umgebung durch die Folgen  Jahrhunderte langen Bergbaus und Industrialisierung schwer geschädigt. Große Teile der Bevölkerung hatten ein  entsprechendes Problembewusstsein entwickelt und setzten sich vor und nach 1990 für Umwelt- und  Naturschutzbelange engagiert ein. Nicht umsonst gründete sich in dieser Zeit (1990) und an diesem Ort auch der  Naturschutzverband Sachsen e.V. (vormals Naturschutzbund Deutschland, Kreisverband Freiberg und Brand-Erbisdorf  e.V.). Von Anfang an begleitete der Verband die Arbeit der staatlichen Behörden aufmerksam und zielorientiert.  So brachte sich der Verband auch seit seiner Gründung durch Stellungnahmen und Schriftverkehr in die Problematik  der Umgehungsstraße Freiberg und der zahlreichen, neu entstehenden Gewerbe- und Industriegebietsansiedlungen in  und um Freiberg ein. So ist z.B. der zügige Ansiedelungsprozess von Solarworld im Gewerbegebiet Freiberg Ost  vorrangig auf die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung naturschutzrechtlich notwendiger  Eingriffsausgleichsflächen durch den Naturschutzverband Sachsen e.V. zurückzuführen. Ohne unserer aktive Mithilfe  wäre der Gewerbegebietszweckverband nämlich nicht in die Lage versetzt gewesen, den gesetzlichen Anforderungen  zu entsprechen. Völlig unverständlich ist allerdings, dass gerade die Stadt Freiberg bis zum heutigen Tag es noch nicht für nötig  erachtet hat, ihre zahlreichen Schulden an der Natur für die Schaffung der vielen Gewerbe- und Industrieflächen zu  begleichen. Ebenso hat der NaSa e.V. seit 1990 keine Gelegenheit ausgelassen, um gemeinsam mit dem BUND Landesverband  Sachsen e.V. bei den Verantwortlichen der Stadt die Freihaltung einer stadtnahen Umgehungsstraßenvariante  anzumahnen, die den Hospitalwald nicht durchschneidet (siehe dazu gemeinsame Stellungnahme des BUND LV  Sachsen e.V. und Grüne Liga Sachsen e.V. vom 04.12.2008). Im Protokoll Drucksache Nr. 94/064 der  Stadtverordneten Freiberg wurde dann auch mit Beschluss Nr. 6-45/94 festgelegt, dass "im bevorstehenden  Linienbestimmungsverfahren ...Lösungen zu finden (sind), welche den Hospitalwald nicht schädigen oder  wesentlich beeinträchtigen."    Umso entsetzter waren wir dann, als im Planfeststellungsverfahren zur Ortsumgehungsstraße Freiberg im Jahre 2008  die ökologisch bedenklichste Trassenvariante genau durch den Hospitalwald festgelegt werden sollte. Die ganze  Aufregung der mit der Straße befassten Behörden und politisch Verantwortlichen der Stadt und Region, welche wir mit  der Klage des BUND LV Sachsen e.V. zur Kenntnis genommen haben, ist für uns unverständlich und darüber hinaus in  hohem Maße unanständig. Wir meinen, man darf durchaus auch einmal Gedächtnisschwund haben - bei der Stadt  Freiberg scheint dies aber ein tragender Bestandteil der Verwaltungstätigkeit zu sein (siehe dazu auch die  Ausführungen zum Gewerbegebiet Freiberg-Nord West, Brauerei Freiberg usw. in der Karte unten).   Vielleicht will man gar nicht wirklich eine Umgehungsstraße bauen (Stichwort fehlendes Geld) und sucht sich ganz  bewusst einen nicht genehmigungsfähigen Trassenkorridor aus ?  "Die Naturschützer" werden schon klagen und sind  dann an allem Schuld ... nur mal so zum Nachdenken ...  PS: Übrigens - das Straßenbauamt Chemnitz hat in einer aufwändigen Untersuchung durch seinen beauftragten Biologen,  Herrn Peter Endl aus Filderstadt, im Hospitalwald 12 Fledermausarten festgestellt. Wie man angesichts dieses  Reichtums FFH - geschützter Arten die Realisierung einer Straße genau in diesem Lebensraum glaubt in der  beschriebenen Art genehmigungsfähig zu bekommen, ist für uns schleierhaft. Zur Erinnerung: Bei der  Waldschlösschenbrücke in Dresden hat bereits eine durchziehende Fledermausart das Gericht veranlasst, für den  Verkehr in den Abendstunden das Tempo über die Brücke auf 30 km/h zu begrenzen.   Karte zur Umgehungsstraße Freiberg  für weitergehende Informationen bitte mit der Maus über die schraffierten Flächen in der Karte fahren.        Legende:  seit 1990 realisierte Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete lt. Flächennutzungsplan Stadt  Freiberg  mögliche Flächen für Eingriffsausgleichsmaßnahmen lt. Flächennutzungsplan Stadt Freiberg - wir  wissen bis heute von KEINER Umsetzung entsprechender Maßnahmen  (Kartenquelle: Straßenbauamt Chemnitz, Planfeststellungsentwurf zur Ortsumgehung Freiberg, Unterlage 3.1.2, Übersichtslageplan mit Luftbild)