Anhörung zur Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) - Gewässerschutz "light" In den 90er Jahren wurde eine Revision der EU-Wasserpolitik vorbereitet. Am 7. September 2000 verabschiedete das  EU-Parlament die Richtlinie zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der  Wasserpolitik. Die EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) 2000/60/EG wurde am 22. Dezember 2000 im Amtsblatt  der Europäischen Union veröffentlicht und trat damit in Kraft.  Die EG-Wasserrahmenrichtline zielt auf den Schutz und die Verbesserung des qualitativen Zustands der Gewässer  und die Förderung einer nachhaltigen, ausgewogenen Wasserwirtschaft. Sie soll zu einer grundsätzlichen  Neuorientierung in der deutschen Wasserwirtschaft führen. Über Staats- und Ländergrenzen hinweg sollen zukünftig  die Gewässer durch ein koordiniertes Vorgehen innerhalb der Flussgebietseinheiten bewirtschaftet werden. Das heißt,  dass die Verwaltung sich künftig nicht mehr nach administrativen Grenzen richten soll, sondern nach  Flusseinzugsgebieten. Grundwasserkörper werden möglichst sinnvoll den Flusseinzugsgebieten zugeordnet.   Der Wirkungsbereich der Richtlinie erstreckt sich auf Oberflächenwasser (Flüsse und Seen), Grundwasser, den  Küstenbereich und Übergangsgewässer (zwischen Fluss und Meer). Zum Teil bezieht sie auch Feuchtgebiete mit ein.  Die Wasserrahmenrichtlinie nimmt u.a. Bezug auf die Badegewässerrichtlinie, die Nitratrichtlinie, die Richtlinie zur  Behandlung kommunaler Abwässer, die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH) und die Vogelschutzrichtlinie (SPA).  Vorrangiges Umweltziel der WRRL ist es, bis zum Jahre 2015 einen „guten Zustand" für alle Gewässer zu erreichen.  Im Rahmen der Anhörung der Entwürfe der Bewirtschaftungspläne für die Einzugsgebiete (Veröffentlichung am  22.12.2008) hat auch der Naturschutzverband Sachsen e.V. als Flächeneigentümer eine Stellungnahme abgegeben.  Diese und die entsprechenden Erwiderungen des Landesamtes für Umwelt und Geologie Sachsen (LfUG) werden  nachfolgend veröffentlicht. Der Tenor der Entgegnungen des LfUG lässt sich mit wenigen Worten zusammenfassen:  Konkreten Forderungen für eine Verbesserung der aktuellen Zustände insbesondere der Fließgewässer werden  unverbindliche Aussagen entgegengesetzt, die genügend Schlupfraum für weitere Verzögerungen und  Ausnahmeregelungen bieten,   Es drängt sich der Eindruck auf,  die Abwägung dient vor allem der Bewahrung der Interessen bestimmten  Landnutzern (z.B. Wasserkraft, Intensiv-Landwirtschaft), nicht jedoch dem Ziel eines gesunden ökologischen Systems Oberflächenwasser-Grundwasser. Konkrete Maßnahmen erschöpfen sich in unverbindlichen Beratungen der Landnutzer, an denen lediglich eine weitere   "Beratungsklientel" ökonomisch auf Kosten der Steuerzahler partizipiert, an den Zuständen vor Ort wird jedoch nichts  geändert. Unser Fazit:    1. Der gute ökologische Zustand an den Gewässern des Freistaates Sachsen ist mit der praktizierten  Behördenstrategie nicht erreichbar.    2. Die staatliche Verwaltung ist ganz offensichtlich mit einer zielorientierten Umsetzung der WRRL  überfordert.   3. Die staatliche Verwaltung ist vielmehr damit beschäftigt, sachdienliche Hinweise und Einwände  abzuwiegeln statt diesen nachzugehen.   Und so stellen sich die Verwaltungsbehörden in Sachsen unsere Flüsse vor ... verbaut, begradigt, vernutzt. 4. Brauchen die Fließgewässer in Sachsen solche Behörden ?    Mauerbau an der Flöha - Fertigstellung 2008 Renaturierung à la LTV - Faschinen- und Steinverbau am Lungwitzbach - für 1,4 Mio. €, fertiggestellt 2007 Wasserkraftanlage an der Flöha bei Hetzdorf - behördlich akzeptiert seit 1990